Warum Lerntherapie?


Lerntherapie – wer braucht sie?

Schwierigkeiten beim Lernen können vielfältiger Natur sein. Häufig folgen sie jedoch bestimmten Mustern. Diese werden insbesondere bei den sogenannten Teilleistungsstörungen sichtbar. Legasthenie (Lese-Recht­schreib-Schwäche) und Dyskalkulie (Rechenschwäche) sind die verbreitet­sten Teilleistungsstörungen. Kinder, die von ihnen betroffen sind, zeigen auffallende Schwierigkeiten oder unerklärliche Leistungsschwankungen beim Lesen, in der Rechtschreibung oder im Rechnen. Diese stehen zu ihrer allgemeinen Intelligenz und Auffassungsgabe und damit auch häufig zu ihren sonstigen guten schulischen Leistungen in einem Miss­ver­hältnis. Auch vermehrtes Üben führt zu keiner stabilen Kompetenz.

Häufig verbergen sich hinter Lernschwierigkeiten auch große Begabungen. Mit immensem Aufwand erarbeiten sich die Kinder verschiedenste Kompensationsstrategien. Diese können so durchdacht sein, dass beispielsweise eine Dyskalkulie lange Zeit unentdeckt bleibt.

Die neurologische Entwicklung verläuft bei jedem Kind individuell. Die Möglichkeit von Variationen zeigt sich etwa in dem simplen Umstand, dass die gleichen Eltern sowohl links- als auch rechtshändige Kinder haben können. So wie es Links- und Rechtshänder gibt, ohne dass das eine „normaler“ oder „gesünder“ als das andere wäre, gibt es in viel größerer Breite verschiedene Lernvoraussetzungen. Dieser Vielfalt stehen pädagogische Grundsätze gegenüber, die sich an den verbreitetsten Varianten ausrichten.

So wie frühere Generationen rigide auf Rechtshändigkeit getrimmt wurden, war die Pädagogik an einem bestimmten Bild von Normalität ausgerichtet. Schüler mit Rechenschwäche oder Lese-Rechtschreib-Schwäche wurden gewöhnlich auf Sonderschulen abgeschoben.

Auch wenn sich heutzutage bezüglich Verständnis und Akzeptanz von Legasthenie und Dyskalkulie viel getan hat, besteht das Problem für eine große Zahl von Kindern fort. Sie treffen auf eine Pädagogik, die nicht auf ihre speziellen Lernvoraussetzungen ausgerichtet ist. Zudem können sie im Klassenverband nicht hinreichend individuell gefördert werden. Auch wenn sie nicht mehr an Sonderschulen verwiesen werden, können sie oft nicht die Bildungswege einschlagen, die ihrer Begabung entsprechen würden.

Um einen maximalen pädagogischen Effekt zu erzielen, wird die Lerntherapie als Einzelunterricht durchgeführt. Mit der Erarbeitung von individuellen Lernstrategien soll wieder Spaß am Lernen entwickelt werden. Hierfür bietet die Praxis für Lerntherapie ein von negativen Bewertungen freies Umfeld, in dem die Persönlichkeit des Kindes im Vordergrund steht.